Werbemarkt

Der Werbemarkt umfasst alle wirtschaftlichen  Aktivitäten, welche die Bewerbung von Produkten,  Dienstleistungen und sonstigen Konzepten beinhalten.  Durch seine Verbindung mit den Massenmedien  ist der Werbemarkt selbst wiederum eine Querschnittsbranche  mit vielfältigen Facetten.  Der Werbemarkt wird in der Kreativwirtschaft  Schweiz als sogenannter ergänzender Teilmarkt geführt.  Er kann der Designwirtschaft als verwandter Markt im  weiteren Sinne zugeordnet werden und wird in der amtlichen  Wirtschaftszweigklassifikation mit den beiden  Kategorien «Werbegestaltung» und «Werbevermittlung»  abgegrenzt. Da der Wirtschaftszweig «Werbegestaltung»  wegen der hohen Anteile der visuellen Designerbüros  bereits in den Teilmarkt Designwirtschaft einbezogen  wurde, wird der Werbemarkt an dieser Stelle entlang seines  zweiten Wirtschaftszweigs «Werbevermittlung» dargestellt.  Diese etwas komplizierte Trennung der Wirtschaftszweige  ist derzeit noch nicht zufriedenstellend.  Allerdings wird die zukünftige europaweite Gliederung  der Wirtschaftszweigklassifikation voraussichtlich eine  erheblich verbesserte Zuordnung der einzelnen wirtschaftlichen  Aktivitäten ermöglichen.  Wie die Eckdatentabelle ausweist, ist die Zahl der  Büros im Werbemarkt (nur Wirtschaftszweig Werbevermittlung,  ohne Werbegestaltung) im Jahre 2005 auf  einen Gesamtbestand von 395 Einheiten gestiegen. Die  Zahl der Büros hat somit seit dem Jahr 2001, nach einem  geringen Einbruch bis 2003, leicht zugenommen.  Der für einen Teilmarkt relativ kleinen Unternehmenszahl  ist ein äusserst beachtliches Umsatzvolumen  zugeordnet. Im Jahr 2005 wurden von den knapp 400  Werbeunternehmen rund 4,4 Milliarden CHF erwirtschaftet.  Das bedeutet im statistischen Mittel ein Umsatz  je Unternehmen in Höhe von 11,1 Millionen CHF.  Zwischen 2004 und 2005 legte der gesamte Werbeumsatz  um 2 Prozent zu. Trotz des guten Verlaufs seit  dem Jahr 2004 hat der Teilmarkt jedoch seinen Umsatzhöhepunkt  vom Jahr 2001 mit 5,15 Milliarden CHF noch  nicht wieder erreicht. Der überwiegende Teil des Gesamtumsatzes  in Höhe von 3,62 Milliarden CHF wird über  den normalen Steuersatz mit den derzeit in der Schweiz  üblichen 7,6 Prozent erzielt. Der Export spielt mit einem  Volumen von 506 Millionen CHF und einem Anteil von  12 Prozent nur eine geringe Rolle. Die anderen Umsatzarten  (Kleinunternehmen, reduziert und steuerfrei) erreichen  keine nennenswerten Anteile am gesamten Werbemarktumsatz.  Aus der Betriebszählung wird ersichtlich, dass die  Werbebranche wegen der ungünstigen wirtschaftlichen  Entwicklung zwischen 2001 und 2005 eine beachtliche  Zahl von Arbeitsstätten abgebaut hat. 14,6 Prozent  der Werbemarkt-Arbeitsstätten verschwanden innerhalb  von vier Jahren. Hingegen hat sich die verschlechterte  wirtschaftliche Lage nicht wirklich im Abbau von Beschäftigungspotenzialen  ausgewirkt. Die Zahl der Beschäftigten  stieg sogar von 2001 bis 2005 von 9575 geringfügig  auf 9647 Personen an. Der Werbemarkt zeigt neben  dem Rundfunkmarkt die grösste Abweichung von der  stark ausgeprägten kleinstteiligen Struktur der Kreativmärkte.  Allein 20 Prozent der Werbeunternehmen verfügen  über mindestens 10 und mehr Beschäftigte je Betrieb.  Im statistischen Durchschnitt liegt der Beschäftigungsanteil  bei knapp 20 Beschäftigten je Betrieb. Das ist für  die sonstigen Verhältnisse in der Kreativwirtschaft ein  sehr hoher Anteil. Dennoch gibt es auch hier Einpersonenbetriebe.  35 Prozent der Arbeitsstätten verfügen  höchstens über ein bis zwei Beschäftigte.