Nach dem britischen Konzept der «creative industries» zählt die Software- und Games-Industrie zu den zentralen Märkten der Kreativwirtschaft. Sie bezieht sich auf die Herstellung und Vervielfältigung von Software, Computerund Videospielen. Es ist jedoch noch nicht möglich, für diese Produktionsaktivitäten die adäquaten Wirtschaftszweige aus der allgemeinen Wirtschaftsklassifikation zu selektieren. Deshalb wird an dieser Stelle in Anlehnung an das britische Konzept die Wirtschaftsgruppe «Softwarehäuser», die mit dem Verlegen von Software, der Softwareberatung und -entwicklung beschäftigt ist, als zentraler Wirtschaftszweig für die Games-Industrie genommen. Diese Abgrenzung erfolgt im Übrigen auch in Übereinstimmung mit dem derzeit gültigen OECDKonzept. .... Dennoch ist darauf hinzuweisen, dass die Softwareproduktion ein sehr viel weiteres Spektrum umfasst. Neben der Softwareproduktion von Spielen dürfte der grössere Anteil auf Bürosoftware entfallen. Insofern können die unten dargestellten Ergebnisse nur als vorläufige Anhaltswerte gelten. Wie die Eckdatentabelle ausweist, ist die Zahl der Unternehmen in der Software- und Games-Industrie im Jahre 2005 auf einen Gesamtbestand von über 11 000 Einheiten gestiegen. Der Unternehmensbestand wächst seit dem beobachteten Zeitraum ab dem Jahr 2001 kontinuierlich an. Die prozentuale Zuwachsrate bis 2005 liegt bei knapp 10 Prozent. Das Gesamtumsatzvolumen ist vom Jahr 2001 mit 15 Milliarden CHF bis zum Jahr 2005 auf 21,4 Milliarden CHF und damit um über 42 Prozent gestiegen. Dieser Zuwachs von mehr als 6 Milliarden CHF erfolgte allerdings erst im letzten Vergleichsjahr. Es kann auch hier vermutet werden, dass es sich um eine statistische Umsetzung [vgl. kap. 3.3.1] in der Mehrwertsteuerstatistik handelt und nicht um eine reale Marktveränderung. Diese Vermutung kann durch die Daten der Betriebszählung erhärtet werden. Danach gab es keinen nennenswerten Aufbau von neuen Arbeitsplätzen, sondern die Games-Industrie hat im Gegenteil zwischen den Jahren 2001 und 2005 sogar Arbeitsplätze abgebaut. So schrumpfte das Beschäftigungsvolumen von 56 763 Personen im Jahr 2001 auf 53 744 im Jahr 2005. Das entspricht einer Veränderungsrate von minus 5,3 Prozent. Der Gesamtumsatz in der Games-Industrie wird zu etwas mehr als 50 Prozent im Inland erwirtschaftet. Das entspricht im Jahr 2005 rund 10,6 Mrd. CHF. Mit einem Umsatzvolumen in Höhe von 9,8 Milliarden CHF wird jedoch bereits ein beachtlicher Teil über den Export erzielt. Die Games-Industrie ist trotz der sehr hohen Gesamtumsätze durch eine breite Verteilung von Kleinstunternehmen gekennzeichnet. 58 Prozent zählen zu den kleinsten Softwareunternehmen mit ein bis zwei Beschäftigten. 91 Prozent der Unternehmen beschäftigen maximal bis zu 10 Mitarbeiter je Betrieb. Die restlichen 9 Prozent zählen zu den grösseren Unternehmen, für die vermutlich der Name «Industrie» angemessener ist.


