Rundfunkmarkt

Der Rundfunkmarkt ist inzwischen  fast überall in Europa durch eine duale Struktur  geprägt. Neben den aus öffentlichen Budgets oder über  Gebühren finanzierten Rundfunkunternehmen existieren  die privaten Rundfunkunternehmen, die ihre Programme  über Werbung, direkte Einnahmen und – in der Schweiz  – auch über Gebühren finanzieren. Da die Struktur des  Rundfunkmarktes in der amtlichen Statistik nicht zwischen  öffentlichen und privatwirtschaftlichen Unternehmenseinheiten  getrennt werden kann, wird er in der statistischen  Analyse als gemischter Kreativmarkt untersucht.  Wie die Eckdatentabelle ausweist, existieren im  Rundfunkmarkt im Jahre 2005 rund 100 bis 105 Unternehmen,  deren Bestand sich über den beobachteten Vierjahreszeitraum  kaum verändert hat. Während die Zahl  der Radiounternehmen in Höhe von 55 Einheiten nur sehr  geringfügig zunahm, blieb die Zahl der TV-Unternehmen  mit 51 Einheiten relativ konstant. Lediglich ein bis drei  Unternehmen verschwanden im Laufe der vier Jahre.  Die Rundfunklandschaft besteht meist aus wenigen  sehr grossen Unternehmen. Die relativ kleine Unternehmenszahl  verfügt über ein riesiges Umsatzvolumen.  Im Jahr 2005 wurden rund 2,2 Milliarden CHF erzielt.  Die Umsatzentwicklung verlief nach Steigerungen in  Höhe von 2,5 Milliarden CHF bis zum Jahre 2003 in  negativer Richtung weiter, vor allem bedingt durch die  TV-Unternehmen, die den Löwenanteil des Umsatzes  mit 2,0 Milliarden CHF ausmachen. Immerhin wird zum  Jahre 2005 eine Verbesserung der Umsatzsituation  erkennbar. Der Gesamtumsatz im schweizerischen  Rundfunkmarkt konnte zwischen 2004 und 2005 wieder  eine Zuwachsrate von 4,0 Prozent erreichen.  In der Betrachtung nach Umsatzarten zeigt sich, dass die  Umsätze mit reduzierter Steuer mit einem Umfang von  1,2 Milliarden CHF etwas höher liegen als der Umsatz  mit Normalsteuersatz, der rund 930 Millionen CHF im  Jahr 2005 erreichte. Wegen des kulturellen Auftrags des  Rundfunks kann er die kulturbezogenen Teile seiner  Dienstleistungen zum reduzierten Steuersatz anbieten.  Diese Steuervergünstigung wird auch dem Buchmarkt  und anderen kulturellen Dienstleistern gewährt.  Die Exportanteile sowie der von der Steuer ausgenommene  Umsatz spielen im Rundfunkmarkt so gut wie  keine Rolle. Ebenso ist dieser Kreativmarkt auch nicht  für Kleinunternehmen relevant. Dies lässt auch die vom  Bundesamt für Statistik (BfS) angebotene Statistik der  «Betriebszählung» erkennen, nach der die Mehrheit der  Rundfunkunternehmen mit knapp 60 Prozent aller  Arbeitsstätten zu den aus kreativwirtschaftlicher Sicht  grösseren Unternehmen zählt.  Insgesamt haben sowohl die öffentlichen wie die  privaten Rundfunkunternehmen für die Kreativwirtschaft  in mehrerlei Hinsicht grosse Bedeutung. Sie sind  zentrale Nachfrager kreativwirtschaftlicher Leistungen,  sie agieren mit eigenen Produktionsfirmen auf dem Kreativmarkt  und sie treten in direkter Weise als wichtiger  Geldgeber der Film- und TV-Produktionslandschaft in  Erscheinung. Neben den Fördermodellen etwa der erfolgsabhängigen  Filmförderung «Succès Cinéma» des  Bundesamtes für Kultur gibt es auch den «Pacte de  l’audiovisuel» zwischen der Filmbranche und der Schweizer  Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG SSR idée  suisse). Dies belegt enge Austauschbeziehungen zwischen  öffentlichem und privatem Sektor (vgl. dazu weiter  unten die Fördersummen der SRG SSR idée suisse).