Pressemarkt

Der Pressemarkt wird ebenfalls  als sogenannter ergänzender Teilmarkt in die schweizerische  Kreativwirtschaft einbezogen. Er bezieht sich auf  diejenigen Wirtschaftszweige, die dem Buchmarkt oftmals  im weiteren Sinne zugeordnet werden. Zu den einzelnen  Wirtschaftszweigen des Pressemarktes zählen:  Zeitungs- und Zeitschriftenverlage sowie das sonstige  Verlagsgewerbe, der Detailhandel mit Zeitungen, Zeitschriften  usw. und die Übersetzungsbüros.  Wie die Eckdatentabelle ausweist, erreichte der  Pressemarkt im Jahre 2005 einen Bestand von insgesamt  2309 Unternehmen. Die grösste Gruppe bildet der  «Detailhandel mit Zeitungen usw.» mit knapp 990 Unternehmen,  gefolgt von den «Übersetzungsbüros» mit 484  und den «Zeitschriftenverlagen» mit 422 Einheiten. Zu  den «Zeitungsverlagen» und zum «sonstigen Verlagsgewerbe  » zählen 232 bzw. 182 Unternehmen. In allen Wirtschaftszweigen  wächst die Zahl der Unternehmen zwischen  2001 und 2005 an. Um insgesamt 10 Prozent im  Vierjahreszeitraum nehmen die Akteure auf dem Pressemarkt  zu. Ein starker Zuwachs ist bei den eher kleinteiligen  Wirtschaftszweigen wie dem Detailhandel oder  den Übersetzungsbüros zu verzeichnen, jedoch sind  auch bei den Verlagen Zuwächse zwischen 2 und 6,6 Prozent  festzustellen.  Der Gesamtumsatz im Pressemarkt erreichte im  Jahre 2005 eine Höhe von 8,2 Milliarden CHF. 3 Milliarden  CHF wurden von den Detailhändlern, 2,9 Milliarden  CHF von den Zeitungsverlagen und 1,8 Milliarden CHF  von den Zeitschriftenverlagen erzielt. Rund 300 Millionen  CHF gehen auf das Konto des sonstigen Verlagsgewerbes,  und knapp 200 Millionen CHF tragen die Übersetzungsbüros  bei. Der Gesamtumsatz des Teilmarktes  hat sich jedoch nicht so positiv gestaltet wie die gesamte  Unternehmensentwicklung.  Für die Umsatzstagnation von 0,3 Prozent zwischen  2001 und 2005 waren vor allem die beiden Presseverlagsgruppen  verantwortlich. Sie mussten im Vierjahreszeitraum  Umsatzverluste von minus 14,7 bzw. 12,4 Prozent  hinnehmen. Die anderen drei Gruppen hingegen zeigten  extrem positive Umsatzentwicklungen an. Mit Zuwachsraten  von 25 bis 44 Prozent schossen die Umsätze zwischen  2001 und 2005 im Detailhandel, beim sonstigen  Verlagsgewerbe und bei den Übersetzungsbüros in die  Höhe. Insgesamt weisen alle Wirtschaftszweige aktuell  wieder positive Umsatzentwicklungen aus, wenn auch  noch sehr verhalten bei den Zeitungsverlagen.  Die Unterscheidung nach Umsatzarten macht deutlich,  dass der grösste Umsatzanteil in Höhe von 4,8 Milliarden  CHF (oder 59%) von allen Wirtschaftszweigen  über den normalen Steuersatz erwirtschaftet wurde. Der  reduzierte Umsatz hingegen erreichte nur ein Volumen  von 2,6 Milliarden CHF (oder 30%). Einen nennenswerten  Exportanteil erzielten die Zeitschriftenverlage mit  rund 250 Millionen CHF (oder einem Anteil von 14% am  Gesamtumsatz). Die Umsatzanteile der Kleinunternehmen  fallen mit einem Anteil von 5 Prozent insgesamt  relativ niedrig aus. Allerdings sind hier mit 11 Prozent die  Detailhändler und die Übersetzungsbüros mit 23 Prozent  überdurchschnittlich präsent.  Aus der Betriebszählung des Bundesamtes für Statistik  (BfS) wird erkennbar, dass auch der Pressemarkt  wie schon die meisten anderen Teilmärkte einen  Schrumpfungsprozess zu verzeichnen hatte. Um 7,9 Prozent  ging die Zahl der Arbeitsstätten von 4175 im Jahre  2001 auf 3846 im Jahre 2005 zurück. Damit einher ging  ein besonders drastischer Personalabbau. Rund 10 Prozent  der Arbeitsstellen im Pressemarkt gingen in diesem  Zeitraum verloren, insbesondere im Detailhandel und  bei den Presseverlagen. Der sonstige Verlagsbereich und  die Übersetzungsbüros hingegen bauten ihr Beschäftigungsvolumen  sogar aus. Ihre Zuwachsraten lagen bei  34 bzw. 28 Prozent.  Der Pressemarkt ist durch Kleinstunternehmen  geprägt. 95 Prozent der Arbeitsstätten können nur für  weniger als 10 Beschäftigte je Betrieb Arbeitsplätze bieten.  Die Kleinstunternehmensstruktur ist besonders  stark im Detailhandel und bei den Übersetzungsbüros  konzentriert. Die Presseverlage hingegen zählen traditionsgemäss  zu den mittleren oder Grossunternehmen in  der Kreativwirtschaft.