Das Kunsthandwerk wird in die Kreativwirtschaft Schweiz als sogenannter ergänzender Teilmarkt einbezogen. Der Teilmarkt kann in Beziehung sowohl zum Kunstmarkt als auch zur Designwirtschaft gesetzt werden. Nach der Wirtschaftszweigklassifikation lassen sich mindestens drei Wirtschaftszweige unterscheiden, die dem Kunsthandwerk zuzurechnen sind. Dazu zählen die «Bearbeitung von Edel- und Schmucksteinen», die «Herstellung von Schmuck-, Gold- und Silberschmiedwaren» sowie die «Herstellung sonstiger keramischer Erzeugnisse». Wie die Eckdatentabelle zeigt, schwankt die Zahl der Kunsthandwerksbetriebe im beobachteten Zeitraum von 2001 bis 2005 zwischen 872 und 854 Betrieben. Schmuck-, Gold- und Silberschmiedwarenhersteller stellen mit rund 770 Betrieben die grösste Gruppe. Die beiden kleineren Wirtschaftszweige Edel- und Schmucksteinbearbeiter sowie die keramischen Betriebe kommen zusammen auf eine Zahl von 88 Betrieben. Der Gesamtumsatz im Kunsthandwerk erreichte im Jahre 2005 eine Höhe von 1,1 Milliarden CHF. Mit 744 Millionen CHF entfielen drei Viertel des Umsatzes wiederum auf die Schmuck-, Gold- und Silberschmiedwarenhersteller. Das weitere Viertel mit 357 Millionen CHF wurde von den Edel- und Schmucksteinbearbeitern im gleichen Zeitraum erwirtschaftet. Die Keramikbetriebe erreichten mit 9 Millionen CHF nur vergleichsweise marginale Umsatzbeträge im Vergleichszeitraum. Die Gesamtentwicklung des Umsatzes wird vom grössten Wirtschaftszweig der Schmuck-, Gold- und Silberschmiedwarenhersteller geprägt. Nach einem Umsatzhöhepunkt im Jahr 2001 mit 909 Millionen CHF pendelte sich ihr Umsatz auf eine Summe von rund 750 Millionen CHF ein. Damit weist die Veränderungsrate im Vierjahreszeitraum ein Minus von 18,1 Prozent auf. Trotz der positiven Entwicklungen der beiden anderen Wirtschaftszweige bleibt die Gesamtbilanz der Umsätze im Kunsthandwerk bislang noch negativ. Rund 8 Prozent des Umsatzes ging im Kunsthandwerkermarkt im Vierjahreszeitraum verloren. Mit Blick auf die Umsatzarten wird deutlich, dass der grösste Umsatzanteil über den normalen Steuersatz erwirtschaftet wird. Darüber hinaus fällt der relativ hohe Exportanteil von 380 Millionen CHF oder 34 Prozent des Gesamtumsatzes auf. Der Anteil der Kleinunternehmen am Gesamtumsatz liegt bei 10 Prozent. Hier sind es die Schmuck-, Gold-, Silberschmiedwarenhersteller, die die grössten Anteile belegen. Die vom Bundesamt für Statistik (BfS) zur Verfügung gestellten Daten aus der Betriebszählung zeigen auch im Kunsthandwerk einen Schrumpfungsprozess an. Rund 925 Arbeitsstätten existieren im Jahr 2005 noch, nachdem die Zahl seit 2001 um 11,3 Prozent zurückgegangen ist. Das Beschäftigungsvolumen schrumpfte noch stärker. Von den mehr als 4000 Arbeitsplätzen im Jahr 2001 blieben im Jahr 2005 nur noch etwas mehr als 3100 übrig. Dies entspricht einer Minusrate von knapp 22 Prozent zwischen 2001 und 2005. Betriebe des Kunsthandwerks zählen traditionell zu den Kleinstunternehmen. Das bestätigen die vorliegenden statistischen Zahlen. Rund 63 Prozent aller Arbeitsstätten verfügen höchstens über ein bis zwei Beschäftigte. 96 Prozent mit bis zu 10 Beschäftigten zählen zu den Kleinstbetrieben. Immerhin gibt es einen auffallend höheren prozentualen Anteil bei den Edel- und Schmucksteinbearbeitern mit grösseren Arbeitsstätten. 13 Prozent dieser Arbeitsstätten verfügen über 10 und mehr Arbeitsplätze je Betrieb.


