Kultur- und Kreativwirtschaft Schweiz

In der Kreativwirtschaft werden alle steuerpflichtigen Unternehmen zusammengefasst, die auf erwerbswirtschaftlicher Basis tätig sind. Zur Kreativwirtschaft Schweiz zählen die 13 Teilmärkte Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkmarkt, Markt für darstellende Kunst, Designwirtschaft, Architektur, Werbemarkt, Software-/Games-Industrie, Kunsthandwerk, Pressemarkt und phonotechnischer Markt.

In der Kreativwirtschaft existierten im Jahre 2005 insgesamt 40 553 Unternehmen. Der Bestand der Arbeitsstätten (Betriebe, Filialen, Büros, Ateliers usw.) lag im Jahre 2005 bei rund 41 600 Einheiten. Die geringe Differenz zwischen der Zahl der Unternehmen und ihrer Arbeitsstätten ist ein erster Hinweis auf die kleinbetriebliche Struktur der Kreativwirtschaft. Tatsächlich ist der Typus des Einpersonenunternehmens weit verbreitet (Anteil in der Kreativwirtschaft: 57%). Folgt man der Definition des Schweizer Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO), wonach Unternehmen mit bis zu neun Beschäftigten als Kleinstunternehmen bezeichnet werden, dann zählen bereits 92 Prozent aller Kreativunternehmen dazu.

Die Zahl der in den Arbeitsstätten beschäftigten Personen erreicht einen Umfang von rund 201 100 Personen. In den Unternehmen der Kreativwirtschaft arbeiten im Durchschnitt rund fünf Beschäftigte je Arbeitsstätte. Der Durchschnittswert in der gesamtschweizerischen Wirtschaft liegt mit knapp zehn Beschäftigten je Arbeitsstätte doppelt so hoch. Der Typus des vorherrschenden Mikrounternehmens in der Kreativwirtschaft ist im Übrigen keine Schweizer Besonderheit, sondern kann überall in Europa beobachtet werden. Zum Beispiel liegt der Anteil der Kleinstunternehmen an der gesamten Kreativwirtschaft in Deutschland ebenfalls bei über 90 Prozent.

Die Kreativwirtschaft konnte im Jahre 2005 ein Gesamtumsatzvolumen in Höhe von insgesamt 61,7 Milliarden CHF erwirtschaften. Darin eingeschlossen sind die steuerpflichtigen inländischen Umsätze in Höhe von 45,8 Milliarden CHF sowie die steuerfreien Umsätze (überwiegend Export) in Höhe von 15,9 Milliarden CHF. Der Anteil des kreativwirtschaftlichen Gesamtumsatzes an der gesamten Schweizer Wirtschaft liegt bei 2,5 Prozent. Dieser Wert unterzeichnet die Schweizer Kreativwirtschaft, da die Gesamtschweiz u.a. extrem hohe Bankenumsätze (Anteil 18% am Schweizer Gesamtumsatz) ausweist. Der steuerpflichtige Anteil der Kreativwirtschaft ist deshalb besser als Vergleichsindikator geeignet. Dieser liegt bei 6,1 Prozent am gesamten steuerpflichtigen Umsatz der Schweizer Volkswirtschaft.

Insgesamt lässt sich für die Kreativwirtschaft Schweiz formulieren: Die überwiegend durch Mikrounternehmen geprägte Kreativwirtschaft bietet mehr als 200 000 Personen Voll- und Teilzeit- Arbeitsplätze, mit denen im Jahre 2005 ein Umsatzvolumen von insgesamt 61,7 Milliarden CHF erwirtschaftet werden konnte. Nach konservativer Schätzung hat die Kreativwirtschaft damit einen Beitrag in Höhe von 19,5  Milliarden CHF zur Bruttowertschöpfung in der Schweiz geleistet. Umgerechnet entspricht dies knapp 13 Milliarden Euro. Im Vergleichsjahr 2004 liegt der Anteil der Kreativwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einem Wert von 4,2 Prozent zwischen der Uhrenindustrie u.ä. mit 2,5 Prozent, der Chemischen Industrie mit 3,4 Prozent und dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 5,8 Prozent. Das Kreditgewerbe mit Banken und Versicherungen bleibt mit einem Wertschöpfungsanteil von 8,9 Prozent am BIP bis auf weiteres unerreicht.